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GARTENTRENDS
2018


Die Natürlichkeit
kommt zurück

Wer seinen Garten zum individuellen Wohlfühlraum erheben möchte, ist gut beraten, ihn ganz und gar nach seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu gestalten. Erlaubt ist also, was gefällt. Dennoch gibt es natürlich auch rund um die Gartengestaltung Trends. Mit Peter Bohr, Mitglied der Gärtner von Eden aus Merzig-Schwemlingen, gibt ein erfahrener Gestalter Einblicke in die Trends der Gartensaison 2018.


Die Natürlichkeit kehrt zurück in den Garten. Unter diesen Leitsatz lassen sich die meisten der Entwicklungen stellen, die nach Einschätzung von Peter Bohr in diesem Jahr zwischen Terrassentür und Gartenzaun Einzug halten werden. „Diese wiedererwachte Liebe zur Natürlichkeit hat viele Facetten“, so der Gartengestalter. „Die Formen werden weicher, die Pflanzungen naturnäher.“ Schon seit längerem beobachtet er, dass den Menschen die Nähe zur Natur wieder wichtiger wird, eine Tendenz, die die Wertschätzung für das Gärtnern an sich seit Jahren stetig steigen lässt.


Natürlich und nützlich

Kleinere und größere Nutzbeete sind gefragt, auch Bienenstöcke finden sich in immer mehr Gärten und bekommen nun zunehmend Gesellschaft von Hühnerhäusern: „Das ist eigentlich nur die logische Fortsetzung der Naschbeete, die schon seit einigen Jahren sehr gefragt sind. Ein bisschen selbst zu ernten oder eben die Frühstückseier aus dem Garten statt aus dem Supermarkt zu holen, ist einfach toll“, schwärmt Peter Bohr. Am liebsten würden Hobbygärtner ihre eigene Ernte dann auch gleich draußen zubereiten, ist er überzeugt. Der Grillboom der letzten Jahre setzt sich fort und bekommt mit einem immer breiter werdenden Angebot an komplett ausgestatteten Außenküchen noch einmal neue Nahrung.

Zum Wunsch nach mehr Natürlichkeit gehört auch, Insekten zurück in die Gärten zu holen, sie etwa mit einer insektenfreundlichen Bepflanzung oder Insektenhotels anzulocken.


Vielfalt ist Trumpf

Bei der Pflanzenauswahl vermag der Gartengestalter keine eindeutigen Trends auszumachen, wohl aber Tendenzen: „Gräser sind nach wie vor gefragt und das ganz unabhängig vom Gartenstil. Außerdem war die Nachfrage nach Tulpenzwiebeln im Herbst riesig und auch ohne die lila oder weißen Kugeln des Allium scheint auch kaum ein Garten auszukommen.“ Bei aller Rückbesinnung auf die Natur diagnostiziert Peter Bohr gleichzeitig aber auch eine deutlich gewachsene Ungeduld. Ein neu angelegter Garten soll vom Start weg fertig aussehen, weshalb Gartenbesitzer immer mehr auch bereitwillig in größere – und damit teurere – Pflanzen investieren. „Insgesamt ist das Qualitätsbewusstsein gestiegen“, ist er überzeugt und freut sich darüber, heißt das doch, dass Gartenbesitzer nachhaltiger agieren. So werde verstärkt nach der Herkunft der Materialien wie Stein und Holz geschaut und wenn möglich gern auf Einheimisches gesetzt. „In Sachen Holz ist derzeit einiges in Bewegung. Viele Unternehmen experimentieren damit, heimische Hölzer durch spezielle Behandlungen haltbarer zu machen“, so der Experte, der aber empfiehlt, noch ein paar Jahre abzuwarten, da man erst dann mit Sicherheit sagen könne, ob die neuen Methoden das halten, was sie versprechen. Ein im Garten noch relativ neuer Werkstoff ist Keramik in Gestalt hochwertiger Fliesen, die teils kaum von Naturstein zu unterscheiden sind. Anders als in den vergangenen Jahren sieht Peter Bohr allmählich eine Abkehr von großformatigen Bodenplatten: „Die Bodenbeläge werden wieder kleinteiliger, es gibt jetzt Serien mit unterschiedlichen Formaten, die sich miteinander kombinieren lassen. Das nimmt dem Garten das Formale, lässt ihn natürlicher und individueller aussehen.“